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Was Ihr Blutdruck mit Ihrem Gehirn macht
Ein unterschätzter Zusammenhang mit konkreten Folgen
Weil kognitive Fitness keine Selbstverständlichkeit ist.
Guten Tag. Bluthochdruck gilt als Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Was weniger bekannt ist: Er gehört auch zu den am besten belegten beeinflussbaren Risikofaktoren für kognitiven Abbau im Alter. Die Verbindung zwischen Blutdruck, Gefässen und Gehirn ist enger, als die meisten vermuten.
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Kurz & knapp – Aus der Wissenschaft
Bluthochdruck und das Gehirn
Blutdruck wird mit zwei Werten gemessen: Der systolische Wert (die obere Zahl) zeigt den Druck beim Herzschlag, der diastolische (die untere Zahl) den Druck in der Ruhephase. Was als gesunder Wert gilt, hängt vom Alter und individuellem Gesundheitszustand ab — am besten besprechen Sie Ihren Wert mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Die Forschung zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen anhaltendem Bluthochdruck und einem erhöhten Risiko für kognitiven Abbau. Und die gute Nachricht: Blutdruckkontrolle wirkt.
Der SPRINT MIND Trial (JAMA, 2019) liefert dafür die bisher stärkste Evidenz. In dieser randomisierten Studie mit über 9'000 Teilnehmenden ab 50 Jahren hatte die Gruppe mit intensiverer Blutdruckkontrolle über 7 Jahre ein signifikant geringeres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen. Als randomisierte Studie ist sie aussagekräftiger als reine Beobachtungsstudien.
Quellen: Meta-Analyse, PMC 2023 · SPRINT MIND, JAMA 2019
Der unterschätzte Risikofaktor
Wenn Arterien steif werden
Bluthochdruck ist vielen bekannt. Weniger bekannt ist, was langfristig mit den Gefässwänden passiert: Sie werden steifer. Und das hat direkte Folgen fürs Gehirn.
Gesunde Arterien sind elastisch. Sie federn den Druck jedes Herzschlags ab, bevor er die feinen Gefässe im Gehirn erreicht. Steifen Arterien fehlt diese Pufferfunktion, der Druckstoss gelangt ungefiltert ins Gehirn und schädigt dort über Zeit das Gewebe.
Eine Auswertung von 12 Studien mit über 6'000 Personen zeigte, dass erhöhte Gefässsteifigkeit konsistent mit kognitivem Abbau verbunden ist, unabhängig von Alter und Bildungsniveau. Eine neuere Studie (Alzheimer's & Dementia, 2025) mit 570 kognitiv gesunden älteren Erwachsenen bestätigt diesen Zusammenhang und zeigt: Gefässsteifigkeit ist besonders relevant für Gedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Was Gefässsteifigkeit begünstigt, ist weitgehend bekannt:
Anhaltend hoher Blutdruck
Bewegungsmangel
Rauchen
Hoher Salzkonsum
Zunehmendes Alter
Das Gute daran: Viele dieser Faktoren sind beeinflussbar.
Impuls des Monats
Was die Forschung wirklich empfiehlt
Eine systematische Auswertung von 105 randomisierten Studien (Journal of Hypertension) und ein umfassendes Review in Nature Reviews Cardiology zeigen: Drei Massnahmen senken den Blutdruck nachweislich.
1) Regelmässige Bewegung Aerobe Aktivität wie zügiges Gehen, Velofahren oder Schwimmen senkt den Blutdruck im Schnitt um rund 4-5 mmHg. Empfohlen werden 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche. Entscheidend ist die Regelmässigkeit, nicht die Intensität.
2) Weniger Salz und eine gesündere Ernährung Weniger Salz senkt den Blutdruck um rund 3-4 mmHg. Der grösste Teil des Salzkonsums kommt dabei nicht aus dem Salzstreuer, sondern aus verarbeiteten Lebensmitteln wie Brot, Käse und Fertiggerichten. Darüber hinaus ist die sogenannte DASH-Diät, also viel Gemüse, Früchte und Hülsenfrüchte bei wenig gesättigten Fetten, die am besten belegte Ernährungsform zur Blutdrucksenkung, mit einer Wirkung von bis zu 5 mmHg.
3) Schlaf ernst nehmen Schlechter oder zu kurzer Schlaf ist mit erhöhtem Blutdruck verbunden. Im gesunden Schlaf sinkt der Blutdruck auf natürliche Weise ab, was dem Herz-Kreislauf-System wichtige Erholung gibt. Wer dauerhaft schlecht schläft, verliert diesen Schutz. Die Evidenz hierfür ist etwas weniger direkt als bei Bewegung und Ernährung, der Zusammenhang gilt aber als gut belegt.
Quellen: Dickinson et al., Journal of Hypertension 2006 · Lucia et al., Nature Reviews Cardiology 2020
Quiz & Knobel

Alle Menschen mit Bluthochdruck haben ein erhöhtes Risiko für steife Gefässwände. Peter hat keinen Bluthochdruck.
Kann man daraus schliessen, dass Peters Gefässwände nicht steif sind?
Im nächsten Newsletter verraten wir die Antwort!
Lösung zum Vormonatsquiz
Die richtige Antwort war 3 Patienten. 7 + 8 = 15. Da es aber nur 12 Patienten gibt, müssen 15 − 12 = 3 Patienten doppelt gezählt worden sein, nämlich jene mit einem Problem an beiden Augen.
Hier können Sie das Vormonatsquiz nochmals nachlesen.
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