Hörverlust: Risiko fürs Gehirn?

Warum gutes Hören kognitive Fitness schützt

Weil kognitive Fitness keine Selbstverständlichkeit ist.

Guten Tag. Viele Menschen denken bei Hörproblemen zuerst an „etwas lästig“ – lauter stellen, nachfragen, fertig. Doch die Forschung zeigt: Hören ist viel mehr als nur Lautstärke.

Gerade im Alter kann ein unbehandelter Hörverlust dazu führen, dass das Gehirn ständig „nachrechnen“ muss – und das kostet Energie, Konzentration und manchmal auch Lebensfreude. In dieser Ausgabe schauen wir gemeinsam darauf, warum gutes Hören ein echter Schutzfaktor fürs Gehirn ist – und was Sie ganz praktisch tun können.

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Kurz & knapp – Aus der Wissenschaft

Hörverlust & Gehirn: Was hängt da zusammen?

Die Forschung der letzten Jahre zeigt vermehrt: Unbehandelter Hörverlust im Alter ist mit einem erhöhten Risiko für kognitive Verschlechterung und Demenz verbunden. Dabei geht es nicht nur um „schlechter hören“, sondern um die Folgen für das Gehirn und den Alltag.

Was passiert im Gehirn? (vereinfacht erklärt)

  • Höhere «hör-kognitive Belastung»: Wenn das Gehör reduziert ist, muss das Gehirn stärker „mitdenken“, um verlorene Informationen zu ergänzen – das bindet Ressourcen, die sonst z. B. für Gedächtnis oder Aufmerksamkeit frei wären.

  • Soziale Konsequenzen und Isolation: Gespräche werden mühsam – und man zieht sich eher zurück. Viele Menschen vermeiden dann Gruppen, Restaurantbesuche oder lange Gespräche. Weniger soziale Kontakte können langfristig schlecht für die geistige Fitness sein.

  • Hörverlust kann das Demenz-Risiko erhöhen: Grosse Studien zeigen: Menschen mit Hörverlust haben häufiger später Gedächtnisprobleme oder Demenz – besonders, wenn der Hörverlust stärker ist.

  • Hörgeräte können helfen: Eine grosse Studie zeigte: Bei älteren Menschen mit erhöhtem Risiko konnte eine Hörversorgung (z. B. Hörgeräte) den geistigen Abbau deutlich verlangsamen.

Fazit: Gutes Hören schützt das Gehirn. Ein Hörtest ist kein Drama – sondern ein kluger Gesundheits-Check. Hörgeräte sind wie eine Brille: Hilfsmittel, nicht „Schwäche“.

Mini-Checkliste: Hör-Quick-Check

Diese kurze Liste ist keine Diagnose, sondern nur ein alltagsnaher Selbst-Check. Viele Punkte können auch andere Gründe haben (z. B. Müdigkeit, Stress, Raumakustik, Hintergrundlärm oder Erkältung).

  • Muss der Fernseher lauter sein als früher?

  • Verstehen Sie Frauen- oder Kinderstimmen manchmal schlechter?

  • Sagen Sie häufiger „Wie bitte?“ oder „Können Sie das wiederholen?“

  • Sind Gespräche in Gruppen oder im Restaurant anstrengender geworden

  • Meiden Sie manchmal Gespräche, weil es mühsam ist mitzuhalten?

Wenn Sie 2× „Ja“ sagen, kann es sinnvoll sein, das Thema einmal unverbindlich abzuklären – z. B. mit einem Hörtest beim Hörakustiker oder bei einer Ärztin / einem Arzt (HNO).Ein Hörtest ist meist kurz, schmerzfrei und kann helfen, Klarheit zu gewinnen – auch wenn am Ende alles in Ordnung ist.

Gut zu wissen

  • Ein „Ja“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Hörgerät nötig ist.

  • Manchmal reichen schon kleine Dinge: Ohr reinigen lassen, Hörschutz, bessere Sitzposition, weniger Hintergrundlärm.

  • Und: Viele Menschen hören grundsätzlich gut – aber in Lärm-Situationen wird es schwieriger. Das ist häufig und normal.

Impuls des Monats

3 typische Hör-Fallen – und die besten Lösungen

Herausforderung 1: „Ich höre in Gruppen schlecht.“

Lösung: Setzen Sie sich so, dass Sie Gesichter sehen (Lippenlesen hilft unbewusst) und lieber mit dem Rücken zur Wand (weniger Störgeräusche)

Herausforderung 2: „Ich bin nach Gesprächen erschöpft.“

Lösung: Das ist oft kein „Alter“, sondern Hörstress. Machen Sie nach längeren Gesprächen bewusst eine 2-Minuten-Pause (ruhig atmen, Schultern lockern).

Herausforderung 3: „Ich will kein Hörgerät.“

Lösung: Denken Sie an Hörgeräte wie an eine Brille: Nicht „alt“, sondern praktisch.
Und: Es gibt heute sehr diskrete Modelle – ein Test ist unverbindlich

Quiz & Knobel

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Das „Hör-und-Merk“-Rätsel

Lesen Sie diese 8 Wörter einmal laut und langsam vor:

Hund – Rose – Glas – Auto – Stern – Brot – Schuh – Baum

Aufgabe:
Schliessen Sie kurz die Augen und zählen Sie rückwärts:
30 – 27 – 24 – 21 – 18 – 15

Frage: Wie viele Wörter können Sie danach noch aufzählen?

💡 Tipps:

  1. Schreiben Sie die drei Namen und drei Strategien als kleine Tabelle auf und streichen Sie Unmöglichkeiten.

  2. Wenn Sie beim Merken innerlich „hören“, aktivieren Sie mehr Gehirnareale.

Wie viele Wörter sind ‚gut‘? Das zeigen wir im nächsten Newsletter!

Lösung zum Vormonatsquiz

Lösung A

  • Clara: 💡 Tageslichtlampe

  • Bruno: 🌞 Mittagsspaziergang

  • Anna: 🐟 Vitamin-D-reiche Ernährung

Lösung B

  • Clara: 🐟 Vitamin-D-reiche Ernährung

  • Anna: 🌞 Mittagsspaziergang

  • Bruno: 💡 Tageslichtlampe

Beide erfüllen:

  • Anna nutzt keine Lampe.

  • Lampen-Nutzer macht keinen Spaziergang.

  • Bruno nicht Vitamin-D-Ernährung.

  • Clara keinen Mittagsspaziergang.

Hier können Sie das Vormonatsquiz nochmals nachlesen.

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Bis zum nächsten Mal – weil kognitive Fitness keine Selbstverständlichkeit ist.

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