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Sehkraft & kognitive Fitness
Warum Ihre Augen mehr über Ihr Gehirn verraten, als Sie denken
Weil kognitive Fitness keine Selbstverständlichkeit ist.
Guten Tag. Viele denken bei nachlassender Sehkraft zuerst an eine neue Brille. Doch die Forschung legt nahe: Sehen ist weit mehr als Schärfe beim Optiker. Es gibt zunehmend Hinweise, dass das, was mit der Sehkraft passiert, auch etwas über den Zustand des Gehirns verraten kann.
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Und zum Schluss noch dies: Nach längerer Arbeit dürfen wir Ihnen unsere Gehirnjogging-Seite trainmybrain.ch vorstellen – die bewährten Spiele aus dem Praxisportal von fahrtauglich.ch, neu in einem frischen Look. Die Seite wird laufend weiter ausgebaut, und wir hoffen, sie findet Anklang. Über Rückmeldungen jeder Art, auch zu technischen Fehlern, freuen wir uns unter [email protected].
Kurz & knapp – Aus der Wissenschaft
Was Studien über Sehkraft und Demenz zeigen
Zwei Studien liefern bemerkenswerte Hinweise:
Eine Untersuchung mit über 16'000 Erwachsenen (JAMA Neurology, 2022) fand einen Zusammenhang zwischen unbehandelter Sehbeeinträchtigung und erhöhtem Demenzrisiko. Rund 90% aller Sehbeeinträchtigungen wären behandelbar, mit einer Brille oder einer einfachen Operation.
Eine zweite Studie (JAMA Network Open, 2021) begleitete 1'200 Erwachsene über knapp 7 Jahre. Wer Schwierigkeiten hatte, Kontraste wahrzunehmen, zeigte tendenziell einen stärkeren Abbau in Gedächtnis und Aufmerksamkeit.
Ob diese Zusammenhänge ursächlich sind, wird noch erforscht. Die Studienlage legt aber nahe: Regelmässige Augenkontrollen könnten nicht nur der Sehkraft dienen, sondern möglicherweise auch der geistigen Gesundheit.
Was die Forschung noch zeigt
Die Netzhaut als mögliches Fenster zum Gehirn
Die Netzhaut ist der einzige Teil des Nervensystems, den Ärzte ohne Operation von aussen betrachten können. Forschende untersuchen, ob Veränderungen dort künftig als frühe Hinweise auf Alzheimer genutzt werden könnten. Noch keine etablierte Methode, aber ein aktiver und vielversprechender Forschungsbereich.
Das Gehirn verarbeitet Bilder mit dem Alter langsamer
Wer beim Autofahren das Gefühl hat, Schilder etwas später zu erkennen als früher, liegt möglicherweise gar nicht falsch. Studien deuten darauf hin, dass die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns im Laufe des Lebens abnimmt, unabhängig davon, wie gut die Augen selbst noch sehen. Einige Forschende sehen darin einen möglichen Frühindikator für kognitive Veränderungen, die Befundlage ist aber noch nicht abschliessend.
Eine Augenoperation, die möglicherweise das Gehirn schützt
Eine grosse Langzeitstudie (JAMA Internal Medicine, 2021) mit über 3'000 Teilnehmenden fand, dass Menschen, die wegen grauem Star operiert wurden, ein rund 29% geringeres Risiko hatten, an Demenz zu erkranken, mit einem Effekt der über mindestens zehn Jahre anhielt. Besonders aufschlussreich: Bei Glaukom-Operationen, die das Sehen nicht wiederherstellen, zeigte sich dieser Zusammenhang nicht.
Die Forschenden nennen zwei mögliche Erklärungen: Das Gehirn könnte von besseren visuellen Eindrücken profitieren. Zudem blockiert grauer Star gezielt blaues Licht, das bestimmte Netzhautzellen stimuliert, die mit Kognition und dem Schlaf-Wach-Rhythmus verbunden sind. Die Operation könnte diese reaktivieren. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, weitere Forschung ist nötig.
Impuls des Monats
Drei einfache Gewohnheiten für gesündere Augen
1) Augenuntersuchung — wann zuletzt? Ab 40 Jahren empfehlen Fachgesellschaften eine Kontrolle alle ein bis zwei Jahre, auch ohne Beschwerden. Viele Veränderungen bemerkt man selbst nicht.
2) Bildschirmpausen einbauen Wer viel am Bildschirm arbeitet, sollte regelmässig in die Ferne schauen. Die weit verbreitete 20-20-20-Regel lautet: alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen Gegenstand schauen, der mindestens 6 Meter entfernt ist. Die wissenschaftliche Evidenz dafür ist begrenzt, Augenärzteorganisationen empfehlen sie aber als einfache Gewohnheit zur Reduktion von Augenermüdung.
3) Brille oder Linsen aktuell halten Eine nicht mehr passende Korrektur ist eine der häufigsten, leicht behebbaren Ursachen für Augenermüdung und Konzentrationsprobleme.
Quiz & Knobel

Zwei Augen, viele Probleme
Eine Augenärztin untersucht an einem Tag 12 Patienten. Jeder Patient hat ein Problem mit dem linken Auge, dem rechten Auge, oder beiden. 7 Patienten haben ein Problem mit dem linken Auge, 8 mit dem rechten.
Wie viele Patienten haben ein Problem mit beiden Augen?
Im nächsten Newsletter verraten wir die Antwort!
Lösung zum Vormonatsquiz
Die richtige Antwort war B.
Beim gleichzeitigen Gehen und laut Rückwärtszählen muss das Gehirn zwei Aufgaben auf einmal bewältigen. Da die Aufmerksamkeit begrenzt ist, leidet die Gangstabilität messbar. Forschende nennen das den «Doppelaufgaben-Effekt», er ist ein wichtiger Faktor beim Sturzrisiko im Alter.
Hier können Sie das Vormonatsquiz nochmals nachlesen.
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